Steptanz, Schauspiel, Film, live Musik

Ein abgehalfterter Steptänzer auf der Reise in die Vergangenheit, eine dickschädelige Gralssuche und eine kauzige Freundschaft — davon erzählen Stéphane Bittoun und Sebastian Weber in ihrem wilden Mix aus Theater, Film, live Musik und Tanz.

Gebeutelt von den Zumutungen seiner Künstlerexistenz will Sebastian „Slowfoot“ Holland bei seinem alten Steptanz-Mentor in New York Inspiration tanken, aber auf der Türschwelle des Meisters erfährt er, dass jener gerade verstorben ist. Der Schlag sitzt! Von da an würde es mit Sebastian steil bergab gehen, wäre da nicht der Dokumentarfilmer Stéphane, der gerade dabei ist, einen Film über Sebastian zu machen und nichts weniger gebrauchen kann, als einen Protagonisten, der das Handtuch schmeißt. Er spielt Sebastian die richtigen Pässe zu und als sie Hinweise auf geniale, aber bisher verschollene Choreographien im Nachlass des Stepmeisters finden, brennt die Lunte.

Nun treibt der Rausch der Recherche Sebastian in eine Odyssee zwischen damals und heute, zwischen Deutschland und den USA, zwischen schwarzer und weißer Kulturgeschichte — und Stéphanes Kamera blickt ihm dabei ständig über die Schulter. Sie entdecken faszinierende Personen und Orte und graben verlorenes Wissen aus. Sebastians Tanzfeuer brennt wieder, aber je näher er den alten Choreographien kommt, desto fraglicher wird, ob er tatsächlich einen künstlerischen Schatz hebt, oder gerade nichtsahnend seine eigene Kreativität beerdigt. Für eine Antwort bleibt keine Zeit, denn Stéphane zündet eine Bombe, die das ganze Glaslabyrinth zerspringen lässt!

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Die Inszenierung vermischt Fakten und Fantasie zu einem klugen Vexierspiel: indem sie dokumentarische Filminterviews, Re-Enactments und choreographische Rekonstruktionen in ihre leichtfüßige Story integrieren, bringen Weber + Bittoun genau die Mischung aus Wahrheit und Dichtung auf die Bühne, die Legenden ausmacht – und hintergründig Thema der Inszenierung ist.

THE LEGEND OF SYD O`NOO kombiniert den pulsierenden Jazz des Totalmusikers Tobias Christl, die kauzig-seelenvolle Körperlichkeit des Steptänzers Sebastian Weber und die unberechenbar wendige Erzählweise des Regisseurs Stéphane Bittoun zu einer brodelnden, trittsicheren, pointenfreudigen Heldenreise. Eine bildstarke Doku-Fiktion, ein eigenwilliges Stück Musiktheater.

 

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