Pressespiegel

Nach dem Premierenblock rezensiert die Presse „Die Legende von Syd O’Noo“. Ein kleiner Überblick.

LVZ-21-11-15

In der Leipziger Volkszeitung fällt Boris Gruhl ein positives Urteil:

Stepptanz? Ach so, Fred Astaire, Ginger Rodgers, Sammy Davis Jr. (…)  Das kann man getrost erst mal alles vergessen, wenn in der neuesten Produktion im Lofft Sebastian Weber Facetten dieser fast vergessenen Tanzkunst zeigt, die so wahrscheinlich nur wenigen Spezialisten bekannt sein dürften. In „Die Legende von Syd O’Noo“, das am Donnerstag Premiere hatte, sind so starke wie zutiefst berührende Tanzszenen zu erleben. (…) Webers Tanz und Christls Klänge sind Höhepunkte dieser Uraufführung, zu der der Regisseur, Filmer und Darsteller Stéphane Bittoun gemeinsam mit Weber einen Text entwickelt hat. (…) Das Ganze in einer Mischung aus Dichtung und Wahrheit, aus Tanz und Tamtam, gespielten Szenen, die sich mitunter stimmungsvoll in die Bilder der Filmdokumente mischen. (…) „Irgendwann“, so eine der liebevoll gefilmten Steptanzlegenden, „ist es an der Zeit, seine Lieblinge zu Grabe zu tragen“, tolles Schlusswort. (…) Bewegung und Klang korrespondieren wie selten im Tanztheater – nur ein Grund, warum „Die Legende von Syd O’Noo“ zwar lang, aber doch großartig ist.

Begeistert zeigt sich Maeshelle West-Davis im englischsprachigen Leipzig Glocal Arts & Culture Blog:

The piece is part theatre and part dance. It is a fine balance of video, text and music. With great respect and reverence for its heritage, The Legend of Syd O’Noo brings tap dance into today by creating a dialog between the percussive nature of Sebastian’s footwork and the experimental jazz of Tobias Christl while using interactive video.

The piece addresses relevance on every scale and exposes the sacrifice artists make for their work, from the pursuits of funding a documentary to learning to ignore the racism facing African Americans in the 40s.

Excellent performances all around.

Das Leipziger Monatsmagazin DER KREUZER macht die Wiederaufnahmen der LEGENDE VON SYD O’NOO im Februar zum Tagestipp und resümiert in der Rezension von Tobias Prüwer:

Was echt, was fiktiv ist, wird wohl nur Kennern ersichtlich sein. Emotional berührend ist die Produktion allemal. (…) So entsteht die intensive Suche eines hinreißend hin- und hergerissenen Künstlers nach seiner Kunst, nach einer Tiefe im Steptanz, der nicht nur Unterhaltung sein soll.

tanz2.16_coverUnd sogar das tanz Magazin bespricht DIE LEGENDE VON SYD O’NOO! Steffen Georgi schreibt dort:

Dieses Stück ist vor allem eins: Hommage an den Tap Dance und die Künstler, die ihn prägten. Nicht an Fred Astaire und Ginger Rogers, die ihn popularisierten. (…)

Syd O’Noo. Ein Magier des Tap Dance, wie es keinen zweiten gab. Trotzdem ist der Mann heute nahezu vergessen. Die deutsche Steptanzgröße Sebastian Weber und Dokumentarfilmer Stéphane Bittoun wollen das ändern. (…) Es gelingt der Inszenierung, sich in tiefere Schichten zu graben. Der Trip in die Staaten gerät zu einem durch die Zeit, die jenem geheimnisvollen Schemen namens Syd O’Noo mehr und mehr Substanz und Kontur verleiht. Klug fügen sich Filmaufnahmen aus den USA ein mit Tanz- und Spielszenen, die eine Genealogie des Stepptanzes auffädeln. (…) Syd O’Noo. Nein, es hat ihn – trotz Förderung durch den Tanzfonds Erbe – nie gegeben, diesen Mann. Die Fakten sind reine Fiktion, die Wahrheit Dichtung.

In dieser Inszenierung wird die Legende wirklich, als augenblickkurzer Widerschein in Webers hochemotionalem Tanz.

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